KLUB REISE #17 – KLUB DIALOG

KLUB REISE #17

>miteinander<
| etage° Bremen

Das Reisetagebuch

Am 08. Juli war es endlich soweit! Wir sind nach einer langen coronabedingten Pause endlich wieder auf KLUB REISE aufgebrochen. Ohne Reiseplan, aber mit viel Interesse und Entdeckergeist, haben sich die Teilnehmenden auf den Weg zu unbekannten Zielen gemacht. Diesmal haben wir in Kooperation mit der Hilfswerft und der BSAG > miteinander < an verschiedene Stationen unser schönes Bremen erkundet und uns dem Thema > Inklusion in der Arbeitswelt < gewidmet.

© Joerg Sarbach

Station 1. Auf Augenhöhe in der etage° Bremen

Unsere erste REISE-Station war die etage° in Bremen. In dem eleganten und zeitlos-modernen Saal der Tanzschule lernten wir Amy Zayed, die Moderatorin unserer REISE, kennen. Sie ist freie Journalistin, Podcasterin und Autorin. Amy hat eine Beeinträchtigung des Sehens. Sie selbst nennt ihre Laufbahn eine Glücksgeschichte und macht sich jetzt für Andere stark, unsere klischeebehaftete Arbeitswelt zu verändern.

© Joerg Sarbach

An unserer ersten Station führte Amy ihr erstes Interview mit Eva Raquet, der Gründerin der etage°. Sie teilte ihre Erfahrungen mit uns, die sie mit dem Einbringen von mehr Inklusion ins Unternehmen gemacht hat. Seit zwanzig Jahren bietet die etage°, Menschen mit Behinderungen Möglichkeiten zu Tanzen bzw. das Tanzen zu lernen. Dabei werden alle gesundheitserhaltenden- und gesundheitsfördernden Aspekte berücksichtigt.

Danach lieferten die Tanzpädagogin Corinna Mindt und Oskar Spatz aus der tanzbar_bremen eine starke Performance zu „Bonnie&Clyde“ ab und brachten so einen künstlerischen Mehrwert in unsere REISE. – Das Beste daran: Das Stück war barrierefrei mit Begleitung der Audiodeskription zu jeder Tanzflächenbewegung.

Das inklusive Team der tanzbar_bremen arbeitet seit etwa 10 Jahren mit dem Ziel, Kunst und Kultur für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.  Sie schafft eine Reihe an neuen Arbeitsplätzen und organisiert zahlreiche Projekte in Zusammenarbeit mit dem Land Bremen,  „Disabled Dancing“ und „Trau dich, komm einfach rum“ sowie Kooperationen mit dem Tanzsport.  – So bringt die tanzbar_bremen Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen und schafft für sie Bedingungen, professionell und gemeinsam auf Augenhöhe zu arbeiten. Viel mehr als „nur“ ein Tanz!

© Joerg Sarbach

Station 2. Inklusion verstehen und umsetzen

© Joerg Sarbach

Weiter ging es zur Haltestelle Herdentor, wo pünktlich um 17.00 Uhr unsere Sonderbahn der BSAG Bremen ankam. Mit einem kalten Getränk und Snacks in der Hand – gesponsert von der BASG – haben wir Bremen erkundet und uns dabei ganz entspannt dem Thema > Inklusion in der Arbeitswelt < gewidmet. Die Kuratoren der KLUB REISE#17 Norman Breitling von Brandfischer und Nils Dreyer von Inklupreneur machten nun mit der Vorstellung unseres KLUB-Formates den Einstieg in den Hauptteil unserer REISE. „Wir reisen mit dem Ziel „Neue Arbeitswelten entdecken. Sozial, nachhaltig, inklusiv“, so Norman Breitling.

Spannende Interviews mit Inklusiv-Unternehmen

Im Anschluss hat Amy Zayed das Mikro übernommen und spannende Interviews mit Unternehmen aus Bremen geführt, die inklusiv arbeiten.

Das Berufsbildungswerk kümmert sich besonders um die Randgruppen, die nicht unbedingt einem gewissen Berufsfeld zugeordnet werden können, erzählten Andrea Gahl und Cathrin Fetzer vom Berufsbildungswerk. Inklusion zu betreiben, heißt für sie auch Studierende und Firmen auf den Campus zu holen. Zusammen mit der Agentur für Arbeit bietet das Berufsbildungswerk Bremen auch Angebote wie Rehaberatung und Berufsvorbereitung, sowie Aufarbeitung von Defiziten der Schule.

© Joerg Sarbach
© Joerg Sarbach

Katrin Schinkel von „Die Jugendherbergen“ erzählte im Interview, dass die Jugendherberge mehr als „Klassenfahrten und Hagebuttentee“ ist. Diese ist ein Inklusionsbetrieb mit vielen Mitarbeitenden mit Einschränkungen, die nach dem Motto „alle sind gleich“ arbeitet.

Diese Unternehmen zeigten uns, dass Inklusion möglich ist, und wollen auch andere Unternehmen ermutigen, mehr Teilhabe und mehr Inklusion in den Arbeitsmarkt zu bringen. Das wäre auch was für dein Unternehmen? Dann frag bei Inklupreneur an und unterschreibe Dein Pledge. Das Projekt von der Hilfswerft unterstützt Unternehmen auf ihrem Weg zu einer inklusiven Arbeitskultur. Somit werden immer mehr Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung erschaffen.

© Joerg Sarbach

„Die Idee ist es, anderen Unternehmen (besonders Start-Ups) Erfahrungen mit Inklusion weiterzugeben und die Vorteile aufzuzeigen: Man braucht meistens keine „Eierlegenden Wollmilchsäue, um einen Job zu erledigen“, erzählte Nils Dreyer über das Konzept von Inklupreneur.

Wir haben Bremen querbeet bereist, die schönen Aussichten genossen, neue Ecken in der Stadt entdeckt und sogar den Karnevalsumzug beobachtet. Die spannendsten Momente der KLUB REISE #17 hat Jörg Sarbach von der Nordaufnahme mit der Kamera festgehalten. – Könnt ihr Euch am Ende des Artikels ansehen!

Außerdem konnten die Teilnehmenden der KLUB REISE Postkarten in unseren REISE Briefkasten einwerfen, um den Empfänger:innen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

© Joerg Sarbach

Station 3. Berührungspunkte schaffen im Universum Bremen

© Joerg Sarbach

Als wir an die Haltestelle Universität Süd ankamen, machten wir uns entspannt und im Sonnenschein auf den Weg zum Universum Bremen, der dritten Station unserer REISE. Unterwegs konnten wir mit den Simmulatorbrillen verschiedene Grade von Blindheit kennenlernen und uns so dem Gefühl von Menschen mit Behinderungen annähern.

Kaum im Gebäude angekommen, wurden wir herzlich vom „Dinner im Dunkeln“-Team und Weinhändlerin Diana Rohrbach empfangen. Gemütlich saßen wir im Kreis und nährten uns vom Interview mit Amy Zayed und Iris Ohlendorf über das Konzept von „Dinner im Dunkeln“.

Einer der wichtigsten Sinne wird ausgeschaltet. Das Format veranlasst die Teilnehmenden andere Perspektiven anzufühlen und Berührungspunkte zu schaffen. „Das ist wie eine Mutprobe: aushalten oder rauskommen“. – erzählte Iris Ohlendorf.

© Joerg Sarbach

Das Dinner im Dunklen ist ein inklusives Konzept, das schon seit 20 Jahren besteht. 3 Gänge in kompletter Dunkelheit, verschieden durchmischte Tischgruppen und viel Vertrauen an die Tischbetreuer: innen Hannelore Sommer, Werner Sommer, Martina Reicksmann aus dem Blinden- und Sehbehindertenverein, welche uns durch den Abend begleiteten, das Essen servierten und ihre persönlichen Lebenserfahrungen teilten.

Die Gäste durften ohne Scheu die banalsten Fragen stellen: Wie leben blinde Menschen und was macht das eigentlich mit mir? Die Kommunikation in dieser besonderen Atmosphäre und der unbefangene Austausch erschufen Berührungspunkte, die mehr Verständnis zwischen den Menschen einbrachte.

Das Weintasting

Anschließend genossen wir ein Weintasting vom Bremer Ratskeller. Drei Gruppen, je 11 Person, sind in einen völlig dunklen Raum von den Tischbetreuer:innen geführt worden. „Es war atemberaubend im vollen Dunkeln zu sei. Und nur durch das tiefe Vertrauen der Menschen um mich herum, konnte ich mich die ganze Stunde in diesem Raum aufhalten. Geräusche haben Bilder im Kopf gemalt und der Raum hat sich nicht wirklichkeitsgerecht angefühlt. So haben sich Fragen an den Kellner ergeben. Der Wein hat noch besser geschmeckt, aber ohne zu sehen, kann eine Person ohne Erfahrung schnell getäuscht werden. So konnte nicht jeder sofort raten, was er im Glas hatte“, so eine Teilnehmerin der KLUB REISE.

Was ein gelungener Abschluss unserer KLUB REISE! Zufrieden und glücklich-müde haben sich unsere Teilnehmenden in der Dämmerung auf den Heimweg gemacht.

© Carolin Paar

„Vielen Dank für die tolle Organisation und Zusammenarbeit bei der KLUB REISE! Aus unserer Sicht war das Event ein voller Erfolg und wir haben uns sehr über die spannenden Stationen, die gute Stimmung und vor allem die vielen interessierten und offenen Menschen gefreut!“Carolin Paar von der Hilfswerft.

 

Hier könnt ihr Euch den Reisebericht auf dem Inklupreneur Blog ansehen.

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