KLUB GÄNG #9 – KLUB DIALOG

KLUB GÄNG #9

wie funktioniert das eigentlich... in der Manege?
14. Dezember 2019 | 13:30 Uhr | Circus Roncalli

DIE KLUB GÄNG INSPIRIERT MIT LEHRREICHEN ERLEBNISSEN… Grundschulkinder, die wissen wollen, wie Kühe gemolken werden, Einbrüche funktionieren und ins All geflogen wird – und all das zum Anfassen nah statt im Frontalunterricht.
Die KLUB GÄNG ist perfekt für dich, wenn du ein Grundschulkind voller Wissensdurst und Erlebnisdrang bist.

Die Reportage

Für die KLUB GÄNG geht es diesmal backstage, und zwar beim Zirkus! Wie lange dauert es wohl, bis ein Zirkuszelt aufgebaut ist? Wer arbeitet eigentlich hinter und in der Manege? Und was gibt es sonst so auf dem Zirkusgelände zu entdecken? All das und noch viel mehr finden die Kids heute im Circus Roncalli heraus.

Es ist Samstagnachmittag und die GÄNG strömt Richtung Eingangsbereich des Circus Roncalli auf der Bürgerweide, wo sie herzlich von Neele Ziesing begrüßt werden. Neele arbeitet in der Pressestelle des Circus Roncalli, sie sorgt mit ihren Kolleg*innen dafür, dass die Medien immer dort, wo der Circus gerade gastiert, über sein aktuelles Programm informiert sind. Heute lässt sie keine Kinderfrage unbeantwortet und nimmt uns mit hinter die Kulissen.

„Was fällt euch als erstes ein, wenn ihr an Zirkus denkt?“, fragt Neele die neugierigen Kids gleich zu Beginn. „Clowns“, „Jongleure“, „Artisten“, „Tiere“ tönt es aus unterschiedlichen Richtungen. „Tiere sind ein gutes Stichwort – bei Roncalli verzichten wir seit zwei Jahren auf Nummern mit echten Tieren“, erzählt Neele. „Weil Tiere in der Zirkusgeschichte aber eine wichtige Rolle spielen und in der Show nicht komplett fehlen dürfen, haben wir aktuell etwas anderes Spannendes im Programm – nämlich leuchtende Tier-Projektionen.“ Das klingt interessant! So ganz können sich die Kleinen das gerade noch nicht vorstellen – aber später geht es ja noch in die Vorstellung und dann werden sie das hautnah erleben. 🙂

Vor dem Eingang steht ein sehr alter Zirkuswagen mit schweren Gitterstäben an beiden Seiten, in dem ein netter Zirkusmitarbeiter Bratwürste verkauft. Neele erzählt, dass dieser Wagen früher mal ein Käfig war und darin der Löwenkönig untergebracht wurde. Ahhh, daher die dicken, schweren Stäbe, das macht Sinn! Weiter geht’s Richtung Zirkuszelt. Aber nicht ohne einmal kurz im Vorzelt Halt zu machen und Cicek zu begrüßen. Cicek bereitet hier Zuckerwatte und wunderbar duftendes Popcorn zu, das er später an die Zirkusbesucher verkauft. Weil die nächste Vorstellung bald beginnt, hat Cicek schon mächtig zu tun: Das Popcorn ploppt und Tüten werden befüllt.

Wir treten ein paar Schritte aus dem Vorzelt hinaus und stehen nun direkt vor dem riesigen Zirkuszelt. Neele verrät uns, dass man dieses in der Zirkussprache gar nicht Zelt, sondern „Chapiteau“ nennt. „Was meint ihr“, fragt sie in die Runde, „Was braucht man alles, um ein solches Chapiteau aufzubauen?“

Die GÄNG hat ein paar Antworten parat, denn das ein oder andere Kind war schon einmal campen und hat den Sommerurlaub mit der Familie auf dem Zeltplatz verbracht: „Heringe, Stangen, Seile und eine Zeltplane braucht man dafür!“ Grundsätzlich gelte das auch für ein Zirkuszelt, erklärt Neele – allerdings brauche man hier natürlich viel mehr Stoff und Planen als für ein Personenzelt. Ein weiterer Unterschied: Die riesigen Heringe heißen Anker und werden mit einer speziellen Maschine fest in den Boden gehämmert. Und wer ist derjenige, der sich darum kümmert, dass das Zelt richtig aufgebaut wird und rechtzeitig zur ersten Vorstellung sicher steht? Das ist der sogenannte Zeltmeister, erfahren wir. Von ihm wird alles genau geplant und koordiniert, vier bis fünf Tage sind er und sein Team jeweils mit dem Aufbau (und später auch mit dem Abbau) des Chapiteaus beschäftigt.

Cool, wieder hat die GÄNG etwas über einen spannenden Beruf gelernt, den sie vorher noch nicht kannte: Zeltmeister beim Zirkus! Und im nächsten Moment erfahren wir gleich noch viel mehr über die Jobs, die es beim Zirkus so gibt. Wir betreten das Zirkuszelt, um uns herum und in der Manege räumen einige Menschen fleißig hin- und her. Neele erkärt, dass dies der Chefrequisiteur und sein Team sind. Requisiteure sind beim Zirkus diejenigen, die den Artisten assistieren, Besucher zu ihren Plätzen führen und dafür sorgen, dass sich der Zirkus immer von seiner schönsten Seite zeigt. Kurzum: Die Requisiteure packen immer dort an, wo es gerade nötig ist.

„Und was denkt ihr, wer arbeitet noch beim Circus?“, fragt Neele in die Runde. Die GÄNG wäre ja nicht die GÄNG, wenn sie nicht ein paar Ideen hätte: Artisten, Clowns und Musiker sind Berufe, die den Kids sofort in den Sinn kommen. Neele erklärt: „Daneben gibt es hier zum Beispiel auch Licht- & Tontechniker, Maskenbilder und sogar eine eigene Schneiderin, die ihr gleich kennenlernen werdet.“ Juhuuu! Wir dürfen durch den schweren roten Samtvorhang schreiten, durch den später die Artisten in die Manege laufen, und erreichen dann den Hintereingang des Zirkuszelts. In einem der hier platzierten Zirkuswagen ist die Schneiderei untergebracht. Sophie näht die Kostüme für die Artisten und auch während der Vorstellung steht sie die ganze Zeit parat, um im Notfall – wenn zum Beispiel mal eine Naht platzt – diese blitzschnell reparieren zu können.

Zurück im Backstagebereich fragt Neele: „Was unterscheidet einen Zirkus denn eigentlich von einem Theater?“ „Ist doch klar, im Theater gibt es eine Bühne, im Zirkus finden die Vorführungen in einer runden Manege statt“, stellt ein GÄNG-Mitglied fest. Neele erzählt uns, wie es vor etwa 250 Jahren dazu kam, dass ein Engländer, der heute als Begründer des modernen Zirkus gilt, eine Manege für Zuschauer erfand. Das war nämlich so: Der Dressurreiter Philip Astley überlegte sich, dass Pferde doch noch weiteren Nutzen haben könnten, als nur für den Transport. Er übte Kunststücke ein und merkte bald, dass die Menschen Lust hatten, sich seine Pferdeshow anzuschauen. Auf einer geraden Strecke waren die dressierten Pferde allerdings schnell weit von den Zuschauern entfernt und somit schlecht zu bestaunen. Also hatte Astley die Idee, die Pferde in einer runden Manege laufen zu lassen. Seither gibt es also die sogenannte Zirkusmanege.

Die GÄNG bekommt nun noch die Möglichkeit ein wenig im Backstage-Bereich des Zirkus‘ herumzustöbern. Hie entdecken die Kids zum Beispiel ein kleines rostiges Fahrrad und eine Lokomotive. Was hat es damit auf sich? Neele bringt Licht ins Dunkle: „Das sind die Requisiten für eine Clown-Nummer – was mit diesen Dingen passiert, werdet ihr gleich in der Vorstellung sehen.“ Langsam finden sich einzelne Artisten im Backstagebereich ein, einige der Musiker stimmen ihre Instrumente. Man merkt, es dauert nicht mehr lange, bis die Vorstellung beginnt. Also nimmt die GÄNG ihre Plätze ein, nascht leckere Muffins und sehnt sich dem Start der Show entgegen. Und dann geht das ganze Spektakel los – in den nächsten zweieinhalb Stunden kommt die GÄNG aus dem Lachen und Staunen gar nicht mehr heraus. Mit leuchtenden Augen und vielen Ahhhhs und Ooohs verfolgen die Kids die beeindruckende Show.

Voller neuer Eindrücke und ausgestattet mit einem coolen Jonglier-Set für Zuhause geht es für die GÄNG-Mitglieder an diesem aufregenden Samstag nach Hause. Was ihnen wohl das nächste Mal wiederfahren wird?

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich beim Circus Roncalli und ganz besonders bei Neele Ziesing bedanken, dafür dass sie der GÄNG so viele Türen geöffnet, neugierige Fragen beantwortet und tolle Einblicke ermöglicht hat!

Die kommende KLUB GÄNG findet am 15. Februar statt, Anmeldungen sind möglich unter info@klub-dialog.de. Weitere Informationen unter www.klub-dialog.de

 

Die Fotos

Der Gastgeber

Das Thema

Die KLUB GÄNG zieht weiter durch die Bremer Straßen. Doch diese GÄNG tÄggt keine Namen illegal an Hauswände, nein. Diese GÄNG stellt alles und jeden auf den Prüfstand. „Wie funktioniert das eigentlich?“ ist die Frage. Denn was ist spannender als der Alltag, wenn man nur die richtigen Fragen stellt?

Dieses GÄNG-Jahr geht mit einem lautstarken Tusch und Applaus zu Ende. Nachdem die kleinen Abenteurer zuletzt herausgefunden haben, wie das eigentlich so in der Küche eines Sternekochs funktioniert, geht die GÄNG diesmal backstage: und zwar beim Circus! Wer arbeitet eigentlich hinter und in der Manege? Was gibt es hinter den schweren Samtvorhängen zu entdecken? Wie wird man überhaupt Artist und was macht man dann den ganzen Tag? Antworten auf diese und viele andere Fragen findet die GÄNG am 14. Dezember im Circus Roncalli!

Zusatz:
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eltern müssen leider draußen bleiben…

Die KLUB GÄNG ist ein Veranstaltungsformat des KLUB DIALOG e.V. in Zusammenarbeit mit dem Universum® Bremen

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