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Mit dem WUPP der Natur auf der Spur

Mit dem - was?

Foto: Melanie Öhlenbach


Im Matsch spielen, Insekten beobachten oder einfach mal die Beine von einem Baumstamm baumeln lassen: Auf dem Gelände des Waller Umweltpädagogik-Projektes WUPP können Kinder die Natur entdecken und erleben.

Am Rande des Waller Kleingartengebietes liegt ein Ort hinter Bäumen und Brombeerhecken versteckt, in dem die Großstadt weit weg ist. Wenn der Wind richtig steht, hört man das Zwitschern von Meisen und das eifrige Hämmern des Buntspechts, der auf der Suche nach Insekten ist.

Doch dieses Paradies gehört den Pflanzen und Tieren nicht allein. Seit 2010 betreut das Waller Umweltpädagogik Projekt (WUPP) das 7500 Quadratmeter große Gelände am Hagenweg/Ecke Fleetstraße. Stadtkinder können hier eine Welt entdecken, die viele von ihnen nur aus Büchern oder dem Fernsehen kennen: Sie können auf Bäume klettern, im Matsch spielen und Stockbrot backen.

Foto: Waller Umweltpädagogik Projekt (WUPP)

„Das WUPP wurde gegründet, damit Kinder stadtnah Natur erleben“, sagt WUPP-Mitarbeiterin Doris Petersson und zählt auf, warum die Einrichtung für Kleinkinder, Kita-Kids und Schüler*innen gleichermaßen wichtig ist: „Die Kinder können Wetter und Jahreszeiten im Grünen erleben, ihre Sinne schulen und ihre Motorik verbessern, Pflanzen und Tiere kennen lernen sowie Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt bekommen, was sie für Natur- und Umweltschutz tun können.“

Soweit die Theorie. In der Praxis fällt aber vor allem die Kreativität ins Auge, mit der Mitarbeiter*innen und Besucher*innen gleichermaßen zugange sind. Denn was sie zum Zeitvertreib benötigen, finden sie hauptsächlich auf dem Gelände: Aus Ästen, Zweigen und Blättern bauen sie Höhlen und Hütten – inklusive Sofa. Mit Holunderzweigen basteln sie Ketten, aus Holzresten schnitzen sie Löffel. Und für Fangspiele wie Wildwechsel, brauchen sie lediglich schnelle Beine und einen langen Atem.

Das Gelände ist immer offen zugänglich – Gruppen müssen sich vorher anmelden – 180 Veranstaltungen hat das WUPP im Jahr 2017 auf die Beine gestellt, mit insgesamt rund 1900 Teilnehmern. Wie viele Mädchen und Jungen das WUPP im Einzelnen erreicht, kann Doris Petersson gar nicht genau sagen. „Viele Kinder kommen mehrmals zum WUPP – sei es mit der Kita, der Grundschule, in den festen Gruppen oder bei offenen Angeboten.“

Foto: Melanie Öhlenbach

Doris Petersson ist die Einzige, die sich mit einer halben Stelle hauptamtlich um das Projekt kümmert. Alle anderen Umweltpädagog*innen arbeiten auf Honorarbasis, unterstützt von Ehrenamtlichen. Finanziert wird das WUPP aus mehreren Töpfen. Das Projekt ist nur durch die Basisförderung vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr möglich und und wird von der Umweltlotterie Bingo, vom Beirat Walle und dem Amt für soziale Dienste unterstützt. Doch ohne Sponsoren sowie Spenden von Teilnehmer*innen wären viele Angebote nicht möglich.

Und auch die Pflege des Geländes erfordert einiges an Engagement – vor allem im Frühjahr. Dann machen Doris Petersson und ehrenamtliche Helfer*innen das Gelände fit für die Saison: Sie schneiden Brombeerhecken, bringen den Barfußpfad auf Vordermann, bereiten die Hochbeete für die Aussaat vor oder reparieren den Weidentunnel – je nachdem, was anliegt. Das Schöne dabei: Erwachsene und Kinder arbeiten dabei gemeinsam, Hand in Hand, jede*r was und wie sie*er kann.

Aber nicht nur bei Sonnenschein, auch bei Regen ist einiges los auf dem Gelände: Schlechtes Wetter gibt es auf dem WUPP eigentlich nicht. Selbst wenn das Areal in langen, feuchten Wintern unter Wasser steht, haben die Kinder noch Spaß am Toben, Spielen und Entdecken. Feste Gruppen wie die Naturschutzgruppe und die Wildnisfeen treffen sich jede Woche – nur nicht in den Ferien. Allein die Jüngsten machen im Winter eine Pause: Die Wildniszwerge treffen sich vom Frühjahr bis zu den Herbstferien.

Wer mit ihnen die Natur entdecken will, kann sich bei Doris Petersson unter Telefon 0157-88651288 oder per E-Mail an WUPP.Bremen@yahoo.de melden.

Weitere Informationen zum Waller Umweltpädagogik Projekt WUPP gibt es im Internet unter www.wupp-bremen.de.

//Hinweis: Die Autorin engagiert sich ehrenamtlich beim WUPP. Ihre Begeisterung für das Projekt könnte diesen Text beeinflusst haben.//

Melanie Öhlenbach

ist als freiberufliche Journalistin immer guten Geschichten auf der Spur. Sie mag es, wenn es „Klick“ macht im Kopf – und eine Idee geboren ist. Kreativität bedeutet für sie, offen zu sein und auch Alltägliches mit frischem Blick zu betrachten. Sie selber schreibt in ihrem Blog Kistengrün darüber, wie man auf Balkon oder Hinterhof auf wenigen Quadratmetern Gutes für die Küche und für die Seele anbaut.

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