zulassen

Zulassen

- Eigentlich ganz simpel

So. Jetzt haben wir aber wirklich genug drüber theoretisiert. Jetzt machen wir mal! Weg mit den ollen Kamellen und heiligen Kühen, den flauschig weichen Komfortzonen und den verlässlichen Strukturen, den vertrauten Mustern und schlafwandlerischen Sicherheiten. Jetzt machen wir mal anders. Jetzt lassen wir das einfach mal zu.

Wir hätten da auch, damit der Start ins Neue nicht so schwer fällt, ein paar Werkzeuge. Design Thinking, SCRUM, Crystal, Kanban, Lean Development – der eine oder andere hat von den Methoden des Agilen Projektmanagements sicher schon mal gehört. Wirklich neu ist das nicht, wissen wir. Aber darum geht’s nicht. Die Herausforderung besteht nämlich im Praxistransfer. Darin, zuzulassen, dass das Gewohnte anders wird. Dass man mal Dinge entscheidet, ohne dass der Chef drüber steht und einem das abnimmt. Mitbestimmen. Entwicklungen aktiv gestalten. Freiheiten nutzen und Spielräume erobern. Auch mal zulassen, dass es vielleicht total daneben geht. Kontrollverlust als Mehrwert. Sich der Gefahr aussetzen, Fehler zu machen.

Das müssen natürlich beide Seiten zulassen – Chef und Mitarbeitende. Ja, nicht einfach. Da muss auch die Führungsebene sich was trauen. Sich nicht einfach der Beharrlichkeit des Menschen unterordnen, im Bekannten zu verharren, sondern Widerstand aushalten, den Veränderungsprozesse unbestritten immer hervorruft.

Hey, die größten Kontrollfreaks haben es vorgemacht: Wenn da beim Programmieren einer das Komma falsch setzt, geht ja gar nix mehr! War egal. Nicht der Weg ist das Ziel, sondern das Ergebnis. Wie immer wir da hinkommen – macht mal. Damit muss man erstmal umgehen lernen. Verstehen wir gut. Also, traut euch was.
Loslassen, einlassen, zulassen – ist eigentlich ganz simpel.

Anja Rose

textet „wortgewand“ für den KLUB DIALOG und zahlreiche weitere Kunden.

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