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Wie organisiere ich mich als Dichterin?

Anna Ribeau über die Freiheit ohne Schreibtisch

Anna Ribeau ist Bremer Dichterin und hat sich frei gemacht vom örtlichen Stillstand – dabei hat sie einen ganz neuen Stil entdeckt: Die GehDichte.

Ich habe meinen Schreibtisch verbannt. Ihn ersetzt nun ein kleines Büchlein und ein Stift (siehe Foto: ich habe mir sogar einen Sinn Stift organisiert). Denn ich habe bemerkt, dass mir immer und überall -gerade beim Gehen- GehDichte einfallen. Dafür brauche ich also keinen Schreibtisch mehr. 

Was aber nun? Wie organisiere ich mich als Dichterin weiter mit meinen GehDichten, die nun geboren auf den Buchseiten kleben? Ganz einfach. Ich lasse es nicht dabei bestehen, bei den GehDichten hineingeheimnisst in mein Buch. Ich setzte sie raus. Ich reiße quasi eine Seite aus dem Buch. Nein, einen Satz. Vielmehr nur einzelne Worte. Diese bringe ich auf Leinwand. Schwarz auf weiß. Teilweise mit Gold Verzierung, in unterschiedlichen Formaten. Und dann? Dann erschaffe ich aus den Worten WOrte! Ja, das organisiere ich!

WOrte sind Räume zum TRäumen aus diesen GehDichten auf Leinwand. 

Organisieren, bedeutet so etwas wie bewerkstelligen. Ich bewerkstellige mich also, indem ich mich als Dichterin so organisiere, dass ich organische Räume erschaffe. Meine GehDichte, meine Babys, sind meine Organe! Ich stelle die Werke organisch aus mir heraus, indem ich sie gebäre. Ich stülpe mich quasi um, dass die Organe sichtbar werden. Und hänge diese GehDichte als Aufforderungen an die Wand: „geh dicht!“

So habe ich es organisiert, dass es möglich ist, im Land der Dichter-
innen,
das Land der Dichter-
innen zu betreten.

Herzlich lade ich dazu ein, dichter heranzutreten und das WOrt zu betreten:
Wie organisiert sich das? Indem bei Interesse Kontakt zu mir aufgenommen wird: www.geh-dicht.info

 

Foto: Anna Ribeau

Anna Ribeau

Für mich als Dichterin ist Sprache etwas Lebendiges, was mich unaufhörlich zum Spiel auffordert. Sie besteht nicht bloß aus festgezurrten Satzzeichen und in Beton gegossenen Wörtern, die in starrer Form Orthografie-Regeln unterliegen. Sprache ist in ständiger Bewegung, bewegt uns und möchte bewegt werden.

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